ZeitzeugInnenberichte

Grete Feldsberg Stern (1920) Österreich

Grete Feldsberg wurde 1920 in Mistelbach, einer kleinen Stadt 50 km nördlich von Wien, Österreich, als einziges Kind von Ignaz und Irma Feldsberg, geb. Zweig, geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit in Mistelbach. Ihr Vater und dessen Bruder besaßen eine Weinhandlung. Ihre Schulzeit in der Volksschule empfand Grete als „normal“, aber in den Dreißiger-Jahren, als Hitler in Deutschland an die Macht gekommen war, gewannen auch in Österreich die damals noch illegalen Nationalsozialisten an Einfluss und der Antisemitismus nahm zu. Sie erzählt, dass sie ab dieser Zeit keinen Kontakt mehr zu christlichen Kindern hatte. 1937 zog die Familie in die Bundeshauptstadt Wien. Ignaz Feldsberg kaufte dort ein Mietshaus, das Grete später erben sollte.

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Reinhard Florian (1923-2014) Deutschland

Reinhard Florian wurde in einer Sinti-Familie im ostpreußischen Matheninken geboren. Als sogenannter "Zigeuner" durfte er kein Handwerk erlernen und wurde zur Arbeit in der Landwirtschaft gezwungen.

1941 wurde er von der Gestapo festgenommen und in der Folge ins Getto Bialystok deportiert. In den folgenden Jahren lebte Reinhard Florian unter schwersten Bedingungen in mehreren Konzentrationslagern. Im Januar 1945 zwang man ihn zum Todesmarsch nach Loslau. Von dort wurde er erneut nach Mauthausen und ins Außenlager Ebensee deportiert.

Nach der Befreiung erfuhr Reinhard Florian, dass von der 10-köpfigen Familie neben ihm selbst nur sein Vater und ein  Bruder überlebt hatten.

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Wellesina McCrary (1933) Deutschland/Polen

Wellesina McCrary* wurde 1933 in Deutschland als Tochter einer Roma-Familie geboren. Ihre Familie führte ein nomadisches Leben.

Zu Kriegsbeginn war Wellesina McCrary sechs Jahre alt, ihre Familie lebte zu dieser Zeit in Polen. Sie wurde mit ihrer Mutter, ihren Geschwistern und Verwandten nach Auschwitz-Birkenau und später in das Konzentrationslager Buchenwald deportiert.

Als das Lager befreit wurde, ging Wellesina McCrary nach Berlin. Dort traf sie ihren Vater, der aus den GULAG-Lagern in Sibirien zurückgekehrt war. Einige Jahre später wanderte sie in die USA aus.

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Petre Pandelică (1927) Rumänien

Petre Pandelică wurde als Sohn sesshafter Roma im Süden Rumäniens geboren. 1942 wurde er mit seinen Eltern und Geschwistern nach Transnistrien deportiert.

Zu Kriegsende 1944 konnte Petre Pandelică nach Rumänien zurückkehren. Das Haus der Familie gab es nicht mehr, deshalb trat er in die Armee ein und zog nach Transsilvanien im Norden Rumäniens.

Petre Pandelică und zwei seiner Brüder waren die einzigen Überlebenden der Familie.

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